Hoaxes - Viren, die keine sind

Seit Jahren kursieren sie im Internet: Warnungen vor Viren, die es gar nicht gibt. Die meisten Internet-Surfer kennen diese Nachrichten schon. Sie haben vielsagende Titel wie zum Beispiel "Good Times", "ein kleines Mädchen braucht Hilfe", "Penpal Greetings", "Make more Money". Alle diese Nachrichten, Mails genannt, haben einen ähnlich lautenden Inhalt: Sie warnen vor Viren und fordern auf, die Mails an alle Bekannten weiterzuschicken. Sie verunsichern vor allem Neulinge.

Die Mails haben inzwischen einen eigenen Namen: Hoax, vom lateinischen Wort hocus: Ulk, Schabernack. Die Warnungen haben keinen ernstzunehmenden Hintergrund. Die Mails, vor denen gewarnt wird, existieren meist gar nicht. Den eigentlichen Virus stellen die Warnungs-Mails selbst dar. Sie richten erheblichen Schaden dadurch an, daß sie Menschen verunsichern und Arbeitszeit binden.

Wie man einen Hoax erkennt

  1. Der Betreff enthält oft das Wort "Virus-Warnung" oder sinnverwandtes.
  2. Der Adressat wird aufgefordert, die vermeintliche Warnung an möglichst viele Menschen weiterzuleiten.
  3. Die Wirkung des Virus wird sehr drastisch dargestellt.
  4. Häufig wird als Quelle eine namhafte Firma oder Organisation genannt, um die Glaubwürdigkeit zu untermauern.

Ähnlich verhält es sich mit Ketten-Mails, die über angebliche Gewinnspiele oder ähnliches informieren. Bill Gates zahlt 1.000 Dollar, Nokia verschenkt WAP-Handys oder Disney World eine All-Inclusive-Reise - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch E-Mail-Petitionen, die zum Beispiel behaupten, ein krebskrankes Kind erhalte für jede weitergeleitete Mail einen bestimmten Betrag von einer Stiftung, sind frei erfunden. Es handelt sich um nichts anderes als eine elektronische Form der altmodischen Kettenbriefe, "die wir schon in der Grundschule erhalten haben", erklärt Hoax-Experte Frank Ziemann. Sein Rat: "Finger weg von Kettenbriefen" - auch im Internet.

Welchen Schaden richten Hoaxes an?

Nimmt man an, daß 1000 Angestellte einer Firma einen Hoax in ihrem elektronischen Postfach finden, treten mehrere Schäden auf. Wenn die 1000 Mitarbeiter die Nachricht lesen, vergehen ungefähr 2000 Minuten Arbeitszeit - 33 Stunden oder drei Arbeitstage - laut Howard Fuhs ein betriebswirtschaftlicher Schaden von über 100.000 Euro. Das sind natürlich theoretische Werte: Ein Drittel löscht die Nachricht, das zweite Drittel ruft die EDV-Hotline an und fragt nach: 330 Anrufe in der Hotline, die sich nicht mehr um andere Themen kümmern kann und dadurch ineffizient arbeitet. Das restliche Drittel schickt die Warnung an Bekannte weiter und verursacht in deren Firmen den gleichen Schaden.

Fazit: Durch das bloße Empfangen und auch das Lesen einer Textnachricht kann auf keinen Fall ein Virus aktiv werden. Vorsicht ist dagegen bei angehängter Software geboten: Darin kann sich sehr wohl ein Virus verstecken. Und davor schützen Sie sich - ganz normal - mit Anti-Viren-Programmen.
Wer Betriebsysteme aus der UNIX-Familie (Linux, FreeBSD, Solaris usw.) benutzt, ist dabei fein raus: Viren sind hier (praktisch) unbekannt. Scannen nicht nötig.

Wenn Sie also einen Hoax erhalten, leiten Sie ihn einfach nicht weiter, sondern löschen Sie ihn. Am besten vergessen Sie die ganze Sache sofort.

Wer verbreitet Hoaxes?

Die Redaktion von Techfacts schreibt dazu:
Man könnte ganz banal sagen: Menschen die gerne anderen Menschen einen Streich spielen. Tatsache ist, dass viele Hoaxes reine Lügengeschichten sind. Man erkennt jedoch dass diese gerne von einer wahren Begebenheit abgeleitet werden. Die Verbreitung erfolgt im Anschluss fast schon automatisch. Getreu dem Prinzip eines Pyramidensystems verschickt ein Nutzer die Nachricht an viele weitere, die eben jene Nachricht wieder weiterleiten. So entsteht ein Hoax.

Weitere Infos auf der umfassenden Internetzseite von Techfacts.
Kurzer, aber informativer Artikel der Rhein-Zeitung.
Hoax-Info der TU Berlin.


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