Hoaxes - Viren, die keine sind
Seit Jahren kursieren sie im Internet: Warnungen vor Viren, die es gar
nicht gibt. Die meisten Internet-Surfer kennen diese Nachrichten schon.
Sie haben vielsagende Titel wie zum Beispiel "Good Times", "ein kleines
Mädchen braucht Hilfe", "Penpal Greetings", "Make more Money". Alle diese
Nachrichten, Mails genannt, haben einen ähnlich lautenden Inhalt: Sie
warnen vor Viren und fordern auf, die Mails an alle Bekannten
weiterzuschicken. Sie verunsichern vor allem Neulinge.
Die Mails haben inzwischen einen eigenen Namen: Hoax, vom lateinischen
Wort hocus: Ulk, Schabernack. Die Warnungen haben keinen ernstzunehmenden
Hintergrund. Die Mails, vor denen gewarnt wird, existieren meist gar
nicht. Den eigentlichen Virus stellen die Warnungs-Mails selbst dar. Sie
richten erheblichen Schaden dadurch an, daß sie Menschen verunsichern und
Arbeitszeit binden.
Wie man einen Hoax erkennt
- Der Betreff enthält oft das Wort "Virus-Warnung" oder sinnverwandtes.
- Der Adressat wird aufgefordert, die vermeintliche Warnung an möglichst
viele Menschen weiterzuleiten.
- Die Wirkung des Virus wird sehr drastisch dargestellt.
- Häufig wird als Quelle eine namhafte Firma oder Organisation genannt,
um die Glaubwürdigkeit zu untermauern.
Ähnlich verhält es sich mit Ketten-Mails, die über angebliche
Gewinnspiele oder ähnliches informieren. Bill Gates zahlt 1.000 Dollar,
Nokia verschenkt WAP-Handys oder Disney World eine All-Inclusive-Reise
- der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch E-Mail-Petitionen,
die zum Beispiel behaupten, ein krebskrankes Kind erhalte für jede
weitergeleitete Mail einen bestimmten Betrag von einer Stiftung,
sind frei erfunden. Es handelt sich um nichts anderes als eine
elektronische Form der altmodischen Kettenbriefe, "die wir schon in der
Grundschule erhalten haben", erklärt Hoax-Experte Frank Ziemann. Sein Rat:
"Finger weg von Kettenbriefen" - auch im Internet.
Welchen Schaden richten Hoaxes an?
Nimmt
man an, daß 1000 Angestellte einer Firma einen Hoax in ihrem
elektronischen Postfach finden, treten mehrere Schäden auf.
Wenn die 1000 Mitarbeiter die
Nachricht lesen, vergehen ungefähr 2000 Minuten Arbeitszeit - 33 Stunden
oder drei Arbeitstage - laut Howard Fuhs ein betriebswirtschaftlicher
Schaden von über 100.000 Euro. Das sind natürlich theoretische Werte: Ein
Drittel löscht die Nachricht, das zweite Drittel ruft die EDV-Hotline an
und fragt nach: 330 Anrufe in der Hotline, die sich nicht mehr um andere
Themen kümmern kann und dadurch ineffizient arbeitet. Das restliche
Drittel schickt die Warnung an Bekannte weiter und verursacht in deren
Firmen den gleichen Schaden.
Fazit: Durch das bloße Empfangen und auch das Lesen einer Textnachricht
kann auf keinen Fall ein Virus aktiv werden. Vorsicht ist dagegen bei
angehängter Software geboten: Darin kann sich sehr wohl ein Virus
verstecken. Und davor schützen Sie sich - ganz normal - mit
Anti-Viren-Programmen.
Wer Betriebsysteme aus der
UNIX-Familie (Linux, FreeBSD, Solaris usw.) benutzt, ist
dabei fein raus:
Viren sind hier (praktisch) unbekannt. Scannen nicht nötig.
Wenn Sie also einen Hoax erhalten, leiten Sie ihn einfach nicht weiter,
sondern löschen Sie ihn. Am besten vergessen Sie die ganze Sache sofort.
Wer verbreitet Hoaxes?
Die Redaktion von Techfacts
schreibt dazu:
Man könnte ganz banal sagen: Menschen die gerne anderen Menschen
einen Streich spielen. Tatsache ist, dass viele Hoaxes reine
Lügengeschichten sind. Man erkennt jedoch dass diese gerne von einer
wahren Begebenheit abgeleitet werden. Die Verbreitung erfolgt im
Anschluss fast schon automatisch. Getreu dem Prinzip eines
Pyramidensystems verschickt ein Nutzer die Nachricht an viele
weitere, die eben jene Nachricht wieder weiterleiten. So entsteht
ein Hoax.
Weitere Infos auf der umfassenden Internetzseite von
Techfacts.
Kurzer, aber informativer
Artikel der Rhein-Zeitung.
Hoax-Info der TU Berlin.
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